Kurztipp: Cryptpad-Update

Cryptpad ist ein Open-Source-Tool für kollaboratives Entwickeln (Schreiben, Planen usw.). Im weitesten Sinne ist es wie GSuite und Co., aber… Eine Pointe: Es gelangen keine Daten unverschlüsselt auf den Server. Dazu trägt ein spezielles System bei, das clientseitig verschlüsselt. Cryptpad umfasst verschiedene Anwendungen, eine starke Tabellenkalkulation (OnlyOffice) beispielsweise, Texteditoren und ein Kanban-Tool usw. Es ist konzeptionell stärker noch als andere Angebote auf Kollaboration hin ausgelegt.

Im Hochschulbetrieb nutzen es bei uns zahlreiche Studierende und einige Dozierende. Auch in meinem persönlichen Umfeld erlebt Cryptpad zurzeit ein Blütezeit. Doch leider trägt dies (noch) nicht zum erwarteten Spendenaufkommen bei. Das Projekt ist durch Fonds gefördert. Wir kennen aber die Netzpolitik der EU. Der Anteil der Open-Source-Förderung ist in einem lächerlichen, nein, in einem peinlichen Bereich angesiedelt.

Nun wurde das Tool nochmals wesentlich verbessert und liegt in der Version 3.18. vor. Vor allem die Nutzer*innen-Führung ist überarbeitet worden, Schwerpunkt Kollaboration. Zudem ist Cryptpad nun um einige Fehler ärmer.

Kollaboratives Schreiben

Seit Jahren begleite ich Studierende bei wissenschaftlichen Arbeiten, beim Bachelor- oder Master-Abschluss beispielsweise. An Literatur zum Thema Wissenschaftliches Schreiben mangelt es wahrlich nicht. Oft kommen diese Beiträge rezeptartig daher und vermitteln für meinen Geschmack (zu) wenig an wissenschaftlicher Perspektive auf „die Welt“.

Nun habe ich mit Studierenden eine Art Schreibwerkstatt eingerichtet. Zu Schlüsselthemen des Wissenschaftlichen Schreibens (z.B. Entwicklung einer erkenntnisleitenden Fragestellung) arbeiten die Studierenden an einem Dokument. Sie arbeiten sich gemeinsam an Formulierungen ab, experimentieren mit Sprachstilelementen und bewähren sich in der Schärfung von Begriffen.

Dazu nutzen wir nun Cryptpad. Unsere Erfahrungen sind positiv. Cryptpad ist Open Source und verfügt über mehr Funktionsbreite als das bekanntere Etherpad. Ein anderes Tool in dieser Kategorie wäre HackMD.

Cryptpad besteht aus einem Set von Anwendungen. Sehr ausgereift ist die Tabellen-Anwendung. Überzeugend auch das Kanban-Tool. Zu Cryptpad gehören unter anderem der Texteditor, eine Umfrageanwendung sowie ein einfaches Whiteboard. An jedem Dokument („Pad“) können Teams und Gruppen synchron arbeiten. Die Freigabe erfolgt über Links, entweder im Lese- oder Bearbeitungsmodus.

Cryptpad-Instanzen bieten auch Disroot oder die Piratenpartei Deutschlands. Betrieben wird Cyptpad auch von zahlreichen (Hoch-)Schulen.

Hinweis: Pads (teilbare Dokumente), die nicht in einem CryptDrive (Speicher eines Users) abgelegt sind, werden gelöscht, wenn sie während sechs Monate nicht bearbeitet wurden.

Open Source für die Heimarbeit

Nur als Anregung gedacht, ohne ideologischen Unterton: Welche Open Source kann zu Zeiten von Heimarbeit und Distance Learning gute Dienste erweisen?

Taiga ist ein Kanban-Tool, das Trello ersetzen kann. Jitsi ist ein Vorzeigeprojekt der Open-Source-Szene und kann es mit Zoom aufnehmen. Zoom ist aktuell in eine Reputationskrise geraten, es soll Datentransfers zu Facebook gegeben haben.

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Tools, Tools, Tools

Mehr und mehr wird der ungezähmte Einfluss der Techkonzerne (Amazon, Google, Microsoft, Apple, Facebook) zum Problem. Der mögliche, unterstellte oder tatsächliche Missbrauch der Marktstellungen ruft Kartellbehörden auf den Plan. Nicht wenige User suchen nach Alternativen. Oft ist es bei genauer Betrachtung gerade nicht die Innovationskraft der amerikanischen Riesen, welche die Marktstellung begründet. Vielmehr ist der Erfolg zu einem Grossteil dem Netzwerkeffekt geschuldet: Man nutzt

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WordPress 5 erschienen

Die meisten Weblogs (so auch dieses) und ungezählte Webseiten basieren auf dem Open-Source-CMS WordPress. Dieses ist soeben in der fünften Version erschienen. 

Als wesentliche Änderung gibt es den neuen Editor, der auf den Namen Gutenberg hört. Dieser lässt ein „block-orientiertes“ Gestalten von Text zu. Ein Block kann Träger von Text, Fotos, Videos usw. sein. Zudem sind erweiterte Datenschutzfunktionen implementiert worden, allerdings eher zaghaft. Auch dieses Mal hat uns WordPress ein Theme (eine Design-Vorlage) spendiert. Überraschungsfrei heisst das neueste Design Nineteen. Persönlich bin ich davon enttäuscht.

Insgesamt freue ich mich über die WordPress-Entwicklung, wenn mir in den Details auch die eine oder andere Besserwisserei in den Sinn kommt: ohne lange zu studieren…

Einen Dank an alle Entwickler.

Wer übrigens den alten Editor (von Version 4.9.8) nutzen will: Hier ist das Plugin dazu…

Signal Messenger sichern

Zum Projekt Psychosoziale Beratung, Messenger-Fachzirkel:

Tipp für Android-User: Das regelmässige Sichern der Unterhaltungen ist beim Signal Messenger einfach möglich. Die Backups werden verschlüsselt gespeichert. Backup-Funktion aktivieren:

  1. Menu wählen, dann „Einstellungen“
  2. „Unterhaltungen und Medieninhalte“ wählen
  3. „Unterhaltungen sichern“
  4. 30-stellige Passphrase von links nach rechts, von oben nach unten, notieren und sicher (separat) aufbewahren. Für die Wiederherstellung unverzichtbar.
  5. Bestätigen, dass Passphrase notiert ist.
  6. „Sicherungen aktivieren“ wählen

Für die Verschlüsselung der Passphrase auf dem Smartphone kann übrigens  Cryptomator genutzt werden.

Weitere Infos zum Signal Messenger

Signal Messenger als Alternative

Seit der Übernahme durch Facebook ist Whatsapp in der Kritik. Inwiefern und inwieweit werden Metadaten zwischen Whatsapp und Facebook ausgetauscht? Das ist die Frage, die sich (datenschutzrechtlich) stellt. Hinzu gesellt sich die Skepsis gegenüber den angedachten Geschäftsmodellen von Whatsapp, die offenbar Werbung vorsehen.

Auf der Suche nach einer Alternative bietet sich der Signal Messenger an. Seine Entwicklung wird von einer Stiftung getragen, der pikanterweise ein Gründer von Whatsapp angehört (mittlerweile nicht mehr im Dienste von Whatsapp).

Bei der Entwicklung von Signal spielte der Sicherheitsforscher Moxie Marlinspike die entscheidende Rolle. Signal gilt heute als „sicherer“ Messenger und der Code ist offen einsehbar (Open Source). 2016 analysierte „ein Team der University of Oxford, der Queensland University of Technology und der McMaster University das Signal-Protokoll formal … Das Ergebnis war, dass das Signal-Protokoll sicher ist und die Anforderungen, wie Forward Secrecy, erfüllt“. (Wikipedia, 11.3.2018)

Inzwischen gibt es den Signal Messenger für die unterschiedlichsten Plattformen, auch eine Desktop-Version ist erhältlich. Er ist kostenlos, werbefrei und leicht zu bedienen. Seine Installationsbasis dürfte inzwischen  gegen 10 Millionen umfassen (Schätzung).

Bei unseren Projekten arbeiten wir konsequent mit dem Signal Messenger und nutzen dabei besonders oft die Gruppen-Funktion. Diese ist allerdings zurzeit auf das Wesentliche beschränkt und durchaus ausbaufähig. Gemäss Open Whisper Systems soll die interne Roadmap den Ausbau der Gruppenfunktion vorsehen.

Download und weitere Infos: www.signal.org