Distance Learning

Corona ist einmal mehr das Stichwort. Die Hochschulen (auch) in der Schweiz haben, wie es heisst, von Präsenzlehre auf Distance Learning umgestellt. Neu bin ich beim Weiterbildungszentrum der FHS St.Gallen im Support-Team Distance Learning tätig. Zwei meiner Prämissen für diese Arbeit:

Erstens: Wenn im Rahmen von Distance Learning versucht wird, Präsenzlehre bloss abzubilden, wird eine Chance vertan. Bei Distance Learning werden das Lernen und das Lehren prinzipiell neu gedacht.

Zweitens: Unseligerweise beginnen die Engagements für eine „digitale Schule“, wie es heisst, zu oft mit der Frage nach dem „richtigen Maschinelchen“. Toolmanie nenne ich diesen Trend. Fragen nach der Gestaltung von Lern-/ Lehrarrangements in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen, ist überzeugender.

Soziale Arbeit und Räume

1998 wurde das Institut für Soziale Arbeit (IFSA) in Rorschach gegründet. Im Jubiläumsjahr 2018 wurde nun ein Namenswechsel vollzogen. Doch nicht nur der Name, auch fachliche Ausrichtung und Institutsleitung sind neu definiert.

Aus dem Institut für Soziale Arbeit wurde das Institut für Soziale Arbeit und Räume. Es ist weiterhin Teil der FHS St.Gallen, der Hochschule für

Weiterlesen „Soziale Arbeit und Räume“

Seminar Konflikttheorie

Die Zeit zwischen den Jahren habe ich genutzt, um mich auf das Seminar Konflikttheorie, Zertifikatslehrgang Beratung, vorzubereiten. Eine Gedankenskizze:

Beim wissenschaftlichen Nachdenken über Konflikte, liegen Erkenntnisse nahe, die mit blossem Alltagsrealismus nicht zu erreichen sind. Wissenschaftlich betrachtet, kann der Konflikt als eine sinnhafte Ordnungsleistung verstanden werden. Es zeigen sich Muster und dies bedeutet: Es zeigt sich Repetitionsfähigkeit.

Weiterlesen „Seminar Konflikttheorie“

Start Beratungslehrgang

Am 25.9. startet der Zertifikatslehrgang Beratungs-Training in St. Gallen. Er ist Teil des Masterprogramms Psychosoziale Beratung (das als MAS oder MSc abgeschlossen werden kann).

Der Lehrgang ist Teil einer langjährigen Kooperation der beiden Fachhochschulen FH Vorarlberg (Dornbirn) und FHS St.Gallen. Studienleiter ist Reto Eugster. (Ich bin bereits heftig und freudig am Vorbereiten des Einstiegsseminars. Unter anderem geht es um beratungswissenschaftliche Paradigmen.)

Das gesamte, berufsbegleitende Studium dauert rund zweieinhalb Jahre. Es besteht aus drei Zertifikatslehrgängen (die auch einzeln absolviert werden können) und der Masterthesis. Die Schwerpunkte sind Beratung, Vermittlung (Mediation) und Intervention (Krisenintervention).

Neu im Programm ist auch das Thema E-Counseling. Dabei spielen auch Peer-To-Peer-Netzwerke eine wichtige Rolle.

Zur Lehrgangsausschreibung

Unaufhaltsame Messengerisierung?

Basil Höneisen, Redakteur beim Hochschulmagazin SUBSTANZ (FHS St.Gallen), Nils Ruckstuhl, Chefarzt in Flawil, und ich im Gespräch: Entstanden ist ein Beitrag von Basil Höneisen in der aktuellen Ausgabe.

„Eine Woche Ferien, 400 ungelesene E-Mails. Was früher noch undenkbar schien, ist heute bei vielen Alltag. Dabei betreffen die meisten Mails interne Angelegenheiten. Dieser Problematik begegnet die IT mit Messengern. Reto Eugster, ehemaliger Leiter des Weiterbildungszentrums, sieht in der Chat-Kommunikation Potenzial für ganze Branchen – neue Geschäftsideen wollen geweckt werden.“ Weiter lesen

PDF-Gesamtausgabe des Hochschulmagazins SUBSTANZ (Wechsel zur Webseite der FHS St.Gallen)

Foto: Printscreen Signal Messenger, www.signal.org

Eindrückliche Resonanz

Obwohl die Euregio-Weiterbildungszentren (Schloss Hofen und FHS St.Gallen) einen zusätzlichen Zertifikatslehrgang Mediation in das laufende Programm eingeschoben haben, gibt es bereits wieder eine Warteliste für die Mediationsausbildung.

Grund für diese enorme Nachfrage dürfte sein, dass sich dieses Angebot nicht nur für Fachkräfte eignet, die als Mediatorinnen oder Mediatoren arbeiten wollen. Der Lehrgang richtet sich auch an Professionals, die mediative Methoden (Methoden der Konfliktvermittlung) in ihrer angestammten beruflichen Praxis anwenden wollen. Ihnen geht es weniger um „klassische Mediation“ als vielmehr um die Erweiterung ihrer Kompetenz im Konfliktmanagement.

Das Know How für den Umgang mit Konflikten ist in unterschiedlichen Branchen und Zusammenhängen gefragt. Denn Organisationen verlieren nach wie vor viel Zeit und Geld mit nicht bewältigten Konflikten.

Gemeinsam mit Elmar Fleisch leite ich seit Herbst 2017 diesen Lehrgang.

Konflikte haben einen schlechten Ruf

Schloss Hofen Lochau Vorarlberg, Durchführungsort Mediationslehrgang

Mitte März ist mein Seminar „Konfliktmanagement in Organisationen“ angesagt. Zurzeit bin ich intensiv am Vorbereiten. Ich werde mit drei Fallstudien aus unterschiedlichen Betrieben arbeiten (Modeunternehmen, Spital, Schule). Das Seminar findet im Rahmen des Zertifikatslehrgangs Mediation in St. Gallen satt. Entsprungen ist dieser Lehrgang einer langjährigen Euregio-Kooperation verschiedener Hochschulen.

Nicht Konflikte an sich sind das Problem in Organisationen bzw. Unternehmen, sondern der destruktive Umgang damit. Konflikte sind durchaus „sinnvolle Einrichtungen“. Sie deuten Veränderungsbedarf an (zum Beispiel nötige Klärungen von Stellenprofilen), forcieren Entscheidungen („so geht es nicht mehr weiter“) und erzeugen Bindung. Konflikt haben zu unrecht einen schlechten Ruf.

Doch bis Organisationen Konflikte produktiv nutzen können, ist oft einiges an (Organisations-) Entwicklung nötig. Zum Beispiel ein Grundverständnis, das Konflikte als Normalfall und nicht als Sonderfall der Kommunikation begreift. Und eingespielte Verfahren für den Umgang mit Konflikten, so genannte Konfliktmanagement – Systeme (KMS). Diese sollen wirken, bevor Konflikte expandieren und eskalieren. Mediative Verfahren sind nur ein Aspekt dieser Arrangements. Ebenso wichtig ist die Pflege einer Kultur, in der Differenz und Differenzierung als wesentliche Aspekte des Fortkommens akzeptiert sind.

Foto: Schloss Hofen, Zentrum für Wissenschaft und Weiterbildung in Vorarlberg, Durchführungsort des Lehrgangs (Seminare teilweise an der FHS St.Gallen), Foto: Reto Eugster

Diplomfeier des Weiterbildungszentrums

Gestern fand im Pfalzkeller St. Gallen die letzte Diplomfeier 2017 des Weiterbildungszentrums der FHS St.Gallen statt. Rund 120 Gäste aus dem gesamten Euregio-Raum, Studierende mit ihren Familien und Freunden, feierten die Abschlüsse. Als Gastreferent war der Publizist Ludwig Hasler geladen. Auch diese Feier zeigte die Breite der Studienangebote an der FHS St.Gallen. Das Spektrum der gestern abgeschlossenen Masterstudien reichte von Business Administration bis Psychosozialer Beratung, einem Kooperationsprojekt mit Schloss Hofen.

Das Blog-Genre

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich wieder mit Weblogs, die thematisch im Umfeld des Wissenschaftsbetriebs (bzw. von Hochschulen) angesiedelt sind. Anlass dafür ist ein Artikel, den ich für ein WordPress-Magazin verfassen kann. In einem Artikel von 2001 versuchte ich bereits „das Wesen“ des Blog-Genres zu ergründen. Nun, inzwischen hat sich einiges an meiner Einschätzung verändert. Im Folgenden mein aktueller Versuch zur Vermessung dieses Genres.

Foto: Vor 14 Jahren, unser Blog Sozialinformatik, typische Blog-Struktur, zum „Weblog des Jahres 2003“ gewählt (blogg.de)

Blogs lassen sich in vier Dimensionen beschreiben: sachlich, sozial, zeitlich und technisch.

Sachlich gesehen, ist ein Weblog ein Journal, das aus verweisungsintensiven (Kommentare, Links, Trackback, Pingback usw.), notizartigen Aufzeichnungen besteht. Diese Beiträge beziehen ihren Charme aus dem Vorläufigen, Provisorischen, Unfertigen, das ihnen anhaftet. Die Weblogs der 90er Jahre wurden als „Online-Tagebücher“ bezeichnet. Heute werden Weblogs auch und vor allem als Instrument genutzt, um das Prozesshafte von Werkprozessen darzustellen, etwa in Software-Entwicklung, Architektur, Kunst, Wissenschaft usw.

Sozial gesehen, ist das Weblog nicht als Publikationsplattformen bemerkenswert, sondern als Community-Generator. Das Blog schafft sich sein Publikum, und zwar in Form einer persönlichen Öffentlichkeit. Die „soziale Nische“ ist der „natürliche“ Lebensraum des Blogs. Als charakteristisches Merkmal nennt Wikipedia die „Individualisierung der Kommunikation„. Das Blog ist als Deutungsraum von der Person des Bloggers her organisiert. Diese Aussage gilt meines Erachtens auch bei Gruppen-Weblogs. In ihren sozialen Praktiken validiert die Community Vertrauenswürdigkeit und Vertrauensfähigkeit der Freundesfreunde und sichert in diesem Prozess die Erweiterbarkeit des Netzwerks. Die Kommentare sind das Back-End der Community. Die Resonanz auf Blog-Beiträge kommt entweder direkt im Blog oder mittlerweile vermehrt im damit verknüpften Social-Media-Horizont zustande.

Zeitlich: Die Beiträge sind (umgekehrt) chronologisch gegliedert. Dieses Gliederungsprinzip ist geeignet, Prozesshaftes zu betonen (Stichworte: Werkprozesse, Projekte usw.).

Technisch gesehen sind Weblogs einfache Publishing-Systeme, mittlerweile werden sie für unterschiedliche Arten von Webpräsenz genutzt (auch für Personal Websites, journalistisches Publizieren usw.). WordPress bietet sowohl einen Hosting-Service an (wordpress.com), wie auch die OpenSource-Software (wordpress.org). WordPress geht auf Matt Muellenweg zurück und ist mittlerweile zum Quasi-Standard geworden.

Blog-Beispiele
Hypotheses, http://bloghaus.hypotheses.org/
NamicsBlog, https://blog.namics.com/
DHdBlog, Christof Schöch, http://dhd-blog.org/?p=4611
Scil-Blog, https://www.scil-blog.ch/
Beat Döbeli, http://blog.doebe.li/Blog/
Mampels Welt, https://mampel.wordpress.com
Antville, einer der ersten Hoster für Blogs, https://antville.org/