Ordnung des Konflikts

Ende Woche nun starte ich das Seminar „Ordnung des Konflikts“, eine Einführung in Theorien des Konflikts. Das Seminar ist Teil des Lehrgangs Mediation (CAS), der im Euregio-Verbund (Bodensee) angeboten wird. Dieser wiederum ist Teil des Masterstudiums Psychosoziale Beratung. Der Lehrgang wird bereits in der 16. Ausgabe durchgeführt, am 14.9.2023 startet die 17. Durchführung

Speziell an diesem Lehrgang ist unter anderem, dass auch soziologische Perspektiven zum Zug kommen. Schwerpunkte sind: Familienmediation, Konfliktmanagement in Unternehmen sowie im Gemeinwesen.

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur Erreichung eines Interessenausgleichs bei (in der Regel fortgeschrittenen) Konflikten.

Mediation orientiert sich an Grundsätzen und umfasst ein definiertes Verfahren sowie ein spezielle Methodik.

Die Rolle der Mediatorin oder des Mediators ist vordefiniert. Diese Fachperson ist allparteilich und für die Gestaltung des Mediationsverfahrens zuständig. Sie greift nicht inhaltlich in den Konflikt ein, auch nicht mit „gutem Rat“. Die Regie diesbezüglich bleibt bei den Beteiligten.

Einführungstext zum Lehrgang

Weshalb Vorinstanz?

Vor vielen Jahren habe ich, Reto Eugster, bei Antville zu bloggen begonnen. Just in jener Zeit las ich nochmals den Prozess, einen der drei postum erschienenen Romane von Franz Kafka.

Im Prozess spielt die Vorinstanz eine wichtige Rolle. Josef K. wird an seinem 30. Geburtstag verhaftet, ohne dass ihm der Grund der Verhaftung klar wäre oder klar gemacht würde. Er sieht sich der „allerniedrigsten Instanz“ gegenüber und wird nie zur Letztinstanz vorgelassen, die Klarheit über seinen Fall herstellen könnte.

Josef K. kommt nie über die Vorinstanz hinaus und muss sich im Vorinstanzlichen, also im Vorläufigen, einrichten.

Der „natürliche“ Lebensraum des Bloggers ist das Vorläufige. So steht Vorinstanz leitmotivisch für mein Selbstverständnis.

Dieses Personal Weblog ist seit 25 Jahren online, bereits in der fünften Version.

Weitere Informationen: Home Page – Reto Eugster | Impressum

Woche 45

Video Meetings zum Lehrgang Mediation (Teil des Euregio-Masterstudiums Psychosoziale Beratung) stehen gleich am Montag an. Am Dienstag schliesslich Lehre, Wissenschaftstheorie und Lerncoaching. In der zweiten Wochenhälfte Kurzeinführungen (online) im Rahmen des Text Labs: „Arbeit mit Obsidian: ein Perspektivenwechsel“.

„Zweites Gehirn“?

Methoden des persönlichen Wissensmanagements (PKM) werden im Zuge der Entwicklung neuer Tool-Konzepte zunehmend zum Thema. Es fehlt nicht mehr an Einführungsvideos, Fachtexten, Seminaren usw. zu so genannten Zettelkasten-Methoden.

Luhmann, der erklärte, nicht er allein sei Autor seiner (soziologischen) Bücher, sondern sein Zettelkasten schreibe mit, wird als Kronzeuge für die Bedeutung methodischer Kompetenz herangezogen.

Weiterlesen „„Zweites Gehirn“?“

Obsidian 1.0 erschienen

Aus meinem Alltag der Wissensarbeit nicht mehr wegzudenken ist die Software Obsidian. Heute ist Obsidian der Beta-Phase entschlüpft, die Version 1.0 ist erschienen (Desktop und Mobile).

Obsidian ist nicht bloss ein Notiz-Tool, von denen es viele gibt, sondern unterstützt innovative Methoden, „Wissenslandschaften“ zu erstellen und zu pflegen. Es geht nicht um die einzelne Notiz für sich, sondern um ihre Verortung im Netzwerk der Notizen. Erst über ihre Stellung im Notizgeflecht gewinnt sie ihre Bedeutung.

Siehe im folgenden Beispiel: Notiz oben und ihre Bezüge unten (beachte speziell die nicht-verlinkte Erwähnung):

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Nachruf

Der Tod von Daniel Hürlimann, Professor für Rechtsinformatik und Vorkämpfer der Open-Access-Bewegung, hat viele, auch mich, erschüttert. Kollege Reinhard Riedl von der Berner Fachhochschule (BFH) würdigt den Verstorbenen in einem Nachruf, der im Wissenschaftsmagazin Society Byte erschienen ist.

Als das Bloggen noch geholfen hat …

Dieser Artikel von Reto Eugster ist im Entwickler-Magazin WordPress im November 2017 erschienen. Er wird hier nochmals neu aufgelegt, und zwar im Hinblick auf die Veranstaltung Wissenschaftliches Schreiben (Oktober 2021).

Wissenschaftliche Artikel durchlaufen ein Verfahren der Qualitätssicherung, bevor sie in Fach­zeitschriften publiziert werden. Fachinterne Gutachterinnen und Gutachter bewerten die Quali­tät eines Textes. Peer-Review heisst das Verfahren, welches seit dem 17. Jahrhundert existiert und erstmals für das Journal Philosophical Transactions in London genutzt wurde.

Allerdings sind seit den frühen Jahren Fehlurteile bekannt. Beispielsweise wurde als Folge eines Peer-Re­view-Resultats im 18. Jahrhundert ein bahnbrechender Artikel über die Pocken-Krankheit nicht publiziert. Mit dem Aufkommen der Weblogs und einer wissenschaftsnahen Blogosphere war die Hoffnung verbunden, Artikel nun niederschwellig zugänglich zu machen. In einem trans­parenten Dis­kurs sollte die Science Community Texte diskutieren, bewerten und teilen können. Was ist aus diesen Hoffnungen geworden? In welcher Form kann das wissenschaftliche Bloggen eine Zukunft haben? Im Brennpunkt ist die deutschsprachige Blog-Szene.

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Woche 40

Das Herbstsemester hat begonnen, so auch meine Lehraufträge, Schwerpunkte Kommunikationstheorie (Ethnomethodologie) und Wissenschaftstheorie, beides auf Bachelor-Stufe.

Ebenfalls gestartet ist ein Text Lab zum Thema „Obsidian in der Praxis“. Obsidian ist ein Tool, das speziell für fachlich-wissenschaftliche Arbeit geeignet ist. Wesentlich sind bei diesem Text Lab Methoden der Organisation des Wissens. Die Veranstaltung ist ausgebucht.

100 Jahre betriebliche Sozialarbeit

Vor genau 100 Jahren wurde Movis, damals als SV-Service und Teil des Schweizerischen Volksdienstes (SV), gegründet. Die betriebliche Sozialarbeit hiess anfänglich FabrikfürsorgeElse Züblin-Spiller war die Pionierin, die 1914 den «Schweizer Verband Soldatenwohl» ins Leben rief, aus dem die weitern Engagements entstanden. Die Geschichte der betrieblichen Sozialarbeit ist durch Frauen geprägt. Erst 1971 wurde beim SV-Service eine männliche Fachperson eingesetzt.

Movis feiert das 100-Jahre-Jubiläum mit verschiedenen Anlässen und einer Buchpublikation. Die Geschichte ist auch im Web dokumentiert

Ich bin seit Jahren Mitglied des Verwaltungsrates der Movis AG.

(Artikel aus dem Weblog soziale-arbeit.ch)