Konzentration auf das Schreiben

Markdown ist eine einfach zu erlernende Auszeichnungssprache, die seit 16 Jahren zur Verfügung steht. Beim Online-Publizieren ist Markdown nicht mehr wegzudenken. Die heutige Wissensarbeit schreibt für das Web und kann mit den Tools der Sekretariate nicht viel anfangen: Die Welt der Sekretariate, das ist die Welt des Prints.

Beispielsweise lassen sich mittels Markdown-Lösungen Content und Layout trennen (Layout: CSS). Markdown lässt sich überdies umstandslos in gültiges HTML (und zahlreiche andere Formate) konvertieren. Diese Lösungen unterscheiden sich von den Grabstätten des Funktionenüberhangs, sind schlank und fokussieren den Schreibprozess.

In letzter Zeit habe ich via Twitter auf verschiedene Markdown-Editoren aufmerksam gemacht. Um Übersicht zu schaffen, liste ich diese hier auf:

  • Obsidian; leistungsstarkes System für das Notizmanagement und Prozesse der Wissensaneignung, mit Knowledge Graph, späte Beta-Phase, Alternative zu RoamResearch – aus dem Hause von Dynalist (Outliner)
  • meine Video-Starthilfe (YouTube) zu Obsidian
  • Typora; schlanker Editor, späte Beta-Phase
  • Marktext; schlanker Editor, frühe Beta-Phase, Open Source, differenzierte Einstellungsmöglichkeiten
  • Zettlr; Notizmanagement und für Prozesse der Wissensaneignung, Open Source
  • Atom; GitHub-Lösung, leistungsstark, erweiterbar (Plugins, z.B. für Konvertierung), sehr flexibel nutzbar, für Programmentwicklung konzipiert
  • WriteMonkey; karg und „kultig“
  • HackMD; kollaborative Arbeitsumgebung, Kommentaroption, erweitertes Rechtesystem
  • CodiMD; kollaborative Arbeitsumgebung, Instanz des CCC
  • Stackedit; Browser-Editor

(Stand 2020/10)

Sprechstunden zur Wissenschaftstheorie

Wie angekündigt, meine Sprechstundenzeiten zu meiner Lehrveranstaltung Modul A3 (Wissenschaftstheorie, OST-FH), erste Termine:

– Donnerstag, 1.10., zwischen 13 und 14 Uhr (ausgebucht)
– Freitag, 2.10., zwischen 13 und 14 Uhr

Adresse für Video-Meeting: https://whereby.com/opencoffee

Keine Registrierung nötig, kostenlos, Mikrophone und Kamera einschalten. Vorgehen:

  • Mail mit Ihrer Schulmailadresse an meine Schulmailadresse: Name und gewünschte Zeit mitteilen.
  • Ich bestätige per Mail den Termin. Pro Termin können maximal 6 Studierende teilnehmen.

Je nach Nachfrage biete ich weitere Termine an.

Kurztipp: Video zu Obsidian

Video als Starthilfe für Obsidian: Obsidian definiert sich als Alternative zu Roam Research. Damit lässt sich eine Fülle von Notizen erfassen, verknüpfen und aufbereiten. Obsidian ist ein Tool für das persönliche Wissensmanagement („Personal Knowledge Management“, pkm).

Die Notizen werden im Markdown-Format gespeichert. Sie können mit jedem Markdown-Editor verarbeitet werden. Insgesamt bietet Obsidian eine überzeugende Interoperationalität.

Video von Vorinstanz (Wechsel zu Youtube/Google)…

Ich habe ein Paradies, aber mir fehlen die Engel*

(2014) Monika Wohler, langjährige Leiterin des Fachbereichs Soziale Arbeit an der FHS St. Gallen (und Vorgängerschulen), geht in Pension. Sie hat die Studiengänge der Sozialen Arbeit auch inhaltlich mitgeprägt, sich mit viel Engagement für deren permanente Weiterentwicklung eingesetzt. Zu Ihrer Verabschiedung haben Freundinnen und Freunde eine Buchpublikation erarbeitet.

Mit meinem Text „Ich habe ein Paradies, aber mir fehlen die Engel“ bin ich beteiligt. Worum geht es in meinem Artikel?

Monika Wohler und ich haben während rund zwölf Jahren mit viel Freude Beratungsmethodik gelehrt. Dabei haben wir mit einem fiktiven Fallbeispiel gearbeitet, mit dem „Fall Carlucci“. Viele ehemalige Studierende erinnern sich noch heute an diese Fallstudie.

In meinem Text nun kommt die Hauptfigur unseres fiktiven Falls zu Wort. Die Perspektive ist gedreht: Nun redet die Kunstfigur, der fiktive Herr Carlucci. Es ist seine Stunde. Wie hat er all die Jahre als Fallbeispiel erlebt? Wie fühlt es sich an, Fallbeispiel zu sein?

Viel Spass bei diesem Text, dessen Pointe ganz und gar nicht spassig gemeint ist.

(*) Zitat Anton Tschechow

Ich habe ein Paradies, aber mir fehlen die Engel, Buchartikel (PDF)

Wissensaneignung: Wege und Umwege

Bücher, Aufsätze, Referate: Wir fassen zusammen, merken uns das Wichtigste, speichern Notizen in irgendwelchen „Wolken“. Längst haben wir uns damit abgefunden, mit einem unüberschaubaren Stapel aus Notizen zu leben oder wenigstens zu funktionieren. Ein Beitrag über lernwirksame Strategien im Umgang mit dieser Situation und über ein neues Tool für das Personal Knowledge Management, Obsidian.md.

Update: Direkt zum Obsidian-Video, eine Starthilfe

Von Reto Eugster

Das Problem kennen vermutlich viele, die sich mit Wissensarbeit beschäftigen. Man liest Texte oder hört Referate und will sich die „wichtigsten“ Inhalte merken. Also beginnt man, Zusammenfassungen zu schreiben. In der Regel werden damit zwei Ziele verfolgt:

  • Die bemerkenswerten Inhalte sollen einen künftig wieder zur Verfügung stehen, und zwar genau dann, wenn man sie braucht.
  • Der Tätigkeit des Zusammenfassens wird ein Lerneffekt zugeschrieben.

Doch beide Ziele verweisen ins Zufällige und sind enttäuschungsanfällig. Erstens ist es schwierig, sich so zu organisieren, dass einem der gewünschte Inhalt jeweils zeitlich und sachlich punktgenau zur Verfügung steht. Wenn dies gelingt, gelingt es häufig zufällig, ist aber keinem überzeugenden methodischen Setting geschuldet. Die permanente „Flutung“ mit Wissenspartikeln in der Wissensarbeit überfordert viele, jedenfalls mich. Zweitens schreiben Lerntheorien dem „linearen Zusammenfassen“ kaum Lernwirksamkeit zu.

Weiterlesen „Wissensaneignung: Wege und Umwege“

Woche 23

Juni, Vorsommer am Bodensee, das spricht für sich.

Darüber hinaus steht das kollaborative (organisationenübergreifende) Entwickeln eines Konzeptes im Vordergrund: ein neues Lern-Lehr-Format, orientiert an Micro Inputs, soll im Herbst eingeführt werden. Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

In dieser Woche geht die Arbeit am Hochschullehrgang (CAS) Beratungs-Training, Teil des Euregio-Masterprogramms Psychosoziale Beratung (MSc und MAS), in die nächste Runde. Starttag ist der 24.9.2020 (Start in St.Gallen). Im Rahmen dieses Lehrgangs soll ein teilöffentliches Forum Psychosoziale Beratung stattfinden. Akteure aus Praxis, Lehre und Forschung sollen eingeladen werden, geografischer Schwerpunkt Euregio Bodensee.

Auch aktuell ist mein spielerischer Start mit dem neuen Youtube-Kanal Vorinstanz, zu sehen gibt es einen Video-Input zu Cryptpad.

Kurztipp: Cryptpad-Update

Cryptpad ist ein Open-Source-Tool für kollaboratives Entwickeln (Schreiben, Planen usw.). Im weitesten Sinne ist es wie GSuite und Co., aber… Eine Pointe: Es gelangen keine Daten unverschlüsselt auf den Server. Dazu trägt ein spezielles System bei, das clientseitig verschlüsselt. Cryptpad umfasst verschiedene Anwendungen, eine starke Tabellenkalkulation (OnlyOffice) beispielsweise, Texteditoren und ein Kanban-Tool usw. Es ist konzeptionell stärker noch als andere Angebote auf Kollaboration hin ausgelegt.

Im Hochschulbetrieb nutzen es bei uns zahlreiche Studierende und einige Dozierende. Auch in meinem persönlichen Umfeld erlebt Cryptpad zurzeit ein Blütezeit. Doch leider trägt dies (noch) nicht zum erwarteten Spendenaufkommen bei. Das Projekt ist durch Fonds gefördert. Wir kennen aber die Netzpolitik der EU. Der Anteil der Open-Source-Förderung ist in einem lächerlichen, nein, in einem peinlichen Bereich angesiedelt.

Nun wurde das Tool nochmals wesentlich verbessert und liegt in der Version 3.18. vor. Vor allem die Nutzer*innen-Führung ist überarbeitet worden, Schwerpunkt Kollaboration. Zudem ist Cryptpad nun um einige Fehler ärmer.

Kollaboratives Schreiben

Seit Jahren begleite ich Studierende bei wissenschaftlichen Arbeiten, beim Bachelor- oder Master-Abschluss beispielsweise. An Literatur zum Thema Wissenschaftliches Schreiben mangelt es wahrlich nicht. Oft kommen diese Beiträge rezeptartig daher und vermitteln für meinen Geschmack (zu) wenig an wissenschaftlicher Perspektive auf „die Welt“.

Nun habe ich mit Studierenden eine Art Schreibwerkstatt eingerichtet. Zu Schlüsselthemen des Wissenschaftlichen Schreibens (z.B. Entwicklung einer erkenntnisleitenden Fragestellung) arbeiten die Studierenden an einem Dokument. Sie arbeiten sich gemeinsam an Formulierungen ab, experimentieren mit Sprachstilelementen und bewähren sich in der Schärfung von Begriffen.

Dazu nutzen wir nun Cryptpad. Unsere Erfahrungen sind positiv. Cryptpad ist Open Source und verfügt über mehr Funktionsbreite als das bekanntere Etherpad. Ein anderes Tool in dieser Kategorie wäre HackMD.

Cryptpad besteht aus einem Set von Anwendungen. Sehr ausgereift ist die Tabellen-Anwendung. Überzeugend auch das Kanban-Tool. Zu Cryptpad gehören unter anderem der Texteditor, eine Umfrageanwendung sowie ein einfaches Whiteboard. An jedem Dokument („Pad“) können Teams und Gruppen synchron arbeiten. Die Freigabe erfolgt über Links, entweder im Lese- oder Bearbeitungsmodus.

Cryptpad-Instanzen bieten auch Disroot oder die Piratenpartei Deutschlands. Betrieben wird Cyptpad auch von zahlreichen (Hoch-)Schulen.

Hinweis: Pads (teilbare Dokumente), die nicht in einem CryptDrive (Speicher eines Users) abgelegt sind, werden gelöscht, wenn sie während sechs Monate nicht bearbeitet wurden.

Woche 18

Am Montag geht es los mit „Wissenschaftstheorie“. Für diese Lehrveranstaltung (8 Einheiten) nutzen wir MS-Teams (Video) und Miro (Board). Rahmen der Veranstaltung ist der Lehrgang Darstellende Methoden in der Beratung. Geleitet wird dieser von Brigitte Spörri Weilbach und Astrid Hassler.

Studienbegleitungen (Semesterarbeiten, Bachelor-Gutachten und Masterarbeiten) stehen Dienstag und Mittwoch an. Zudem evaluieren wir an einer Konferenz die ersten Wochen Distance Learning. Dann aber endlich, vor allem Freitags: Zeit, um mich vertieft neuer Fachliteratur zuzuwenden.

Nicht vergessen, unsere Bodenseerituale: Täglich mehrmals an den Bodensee, zu Kaffee (ohne Kuchen). Hat der Frisör nächste Woche bereits geöffnet?