Frau Düsenflor hat ihre Meinung. Nur, diese kann niemanden interessieren. Damit muss sie zurecht kommen. Ohnehin verlieren alle Worte ihre Kontur, nicht nur die Worte, die zu Frau Düsenflors Meinung führen, sobald die U-Bahn vorbei trommelt. Zumutung einer Stadt. Was Klang und Namen hat, biegt sich im Drei-Minuten-Takt zur Stadt hin. Frau Düsenflors wundersame Einsamkeit, der Stadt geschuldet.
Kategorie: Netz
10 Jahe später
Alfred Hitchcock
Alle schlechten Eigenschaften entwickeln sich in der Familie. Das fängt mit Mord an und geht über Betrug und Trunksucht bis zum Rauchen.
1899 geboren, 1980 gestorben: 53 Spielfilme, prägte das Genre des Thrillers, als Regisseur und Drehbuchautor unverwechselbare „Handschrift“, Kombination aus „hinterhältigem“ Humor und Spannung. „Er ist dem Autorenfilm zuzurechnen.“ (Wikipedia, 16.4.2023)
Serge Gainsbourg
„Mir ist alles gelungen – nur mein Leben nicht.“
Gainsbourg beeinflussste als Chansonnier, Komponist und Schauspieler weit über Paris und Frankreich hinaus die Kulturszene seiner Zeit. Er hat sich immer wieder Skandale gegönnt. Am 2. März 1991, vor 33 Jahren, ist er in Paris gestorben
Das 1967 aufgenommene Lied Je t’aime … moi non plus mit Jane Birkin hat es auf den Index von Radiosendern geschafft. Im Lied wird gestöhnt, ach ja, gestöhnt, und der Kleinbürger mag das Stöhnen nur in Hinterzimmern hören.
Friedrichsfelde Ost
Ingrid Steeger
Ingrid Steeger hat, als ich Kind war, das, was wir glaubten, es sei Sex, in unser Wohnzimmer gebracht. Danke, Ingrid. Heute wissen wir: Es war Sex.
Ingrid Steeger ist am 23. Dezember 2023 in Bad Hersfeld im Alter von 76 Jahren gestorben. 2010 hat sie sich von der Bühne verabschiedet.
Weihnachten™
Nun verteilen sie im Kiez wieder Suppe.
„Brauch aber ne Zigarette.“
„Ne Zigarette macht nicht satt.“
„Teller Suppe mal zur Weihnachtszeit auch nicht.“
Wo wohnst du?
Hörbücher frei zugänglich
Librivox ist eine Bibliothek „frei“ zugänglicher Hörbücher (Public Domain). Engagierte können mitmachen, auch in der Rolle als Sprechende. Gegen 4000 Aktive zählt die Bibliothek bislang. Librivox wurde bereits 2005 in Kanada gegründet. 85% der Audio-Bücher sind in Englisch aufgenommen, zurzeit dürften es insgesamt gegen 20000 Aufnahmen sein.
Selbstverständlich hängt die Qualität des Audio-Books zentral von dem/der Sprecher:in ab. Meine Erfahrung ist, dass es dabei grosse Unterschiede gibt. Aber es macht Freude, sich in der Audio-Bibliothek umzuhören. Beliebtes Demo-Beispiel: Audio-Books mit Kafka-Texten. Von Kafka gibt es auch einiges in deutscher Sprache
Taylor Moore
Peter Gross gestorben
Peter Gross hatte 1989 bis zu seiner Emeritierung 2006 den Lehrstuhl für Soziologie an der Universität St. Gallen inne. Von 1996 bis 1998 war er Dekan der Volkswirtschaftlichen Abteilung. Mit seinen Arbeiten zur „Multioptionsgesellschaft“ (Buch, 1996 erschienen, 10. Auflage 2005) ist er über den soziologischen Dunstkreis hinaus bekannt geworden. In den Siebziger Jahren engagierte sich Peter Gross während acht Jahren für die Sozialdemokraten im Thurgauer Kantonsrat.
2015 erschien sein „persönlichstes“ Buch: „Ich muss sterben – im Leid die Liebe neu erfahren“. Es beschäftigt sich mit dem Sterben seiner Frau Ursula. 2016 wurde Gross mit dem Grossen Kulturpreis der St. Galler Kulturstiftung ausgezeichnet.
Durch meine Tätigkeit in St. Gallen (FHS St. Gallen) habe ich ihn öfters im direkten Kontakt erlebt. Denke gerne daran zurück.
Bourdieus feiner Unterschied
„So macht uns die Soziologie paradoxerweise frei, indem sie uns von der Illusion der Freiheit befreit.“
Bourdieu, 2002 in Paris 71-jährig gestorben, war Soziologe, dessen Werk gewichtig nachwirkt. Er gehört zu den einflussreichsten seines Fachs. Ab 1981 war er Professor am renommierten Collège de France. In dieser Zeit war er zudem als Experte für François Mitterrand tätig. Bourdieu nahm zu politischen Fragen immer wieder Stellung, bereits im Kontext seiner frühen Algerien-Studien.
„Auch kulturelle Güter unterliegen einer Ökonomie, doch verfügt diese über ihre eigene Logik.“
„Geschmack ist nicht etwas Zufälliges und Subjektives im Sinne von: über Geschmack lässt sich nicht streiten, sondern Geschmack bedingt einen bestimmten Lebensstil.“
„Die feinen Unterschiede“ gehört zu den Meilensteinen der Soziologie, insbesondere wegen der theoretisch gerahmten empirischen Perspektive. Bourdieu arbeitete im Verlaufe seiner wissenschaftlichen Karriere mittels qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden. In Erinnerung bleibt er als Soziologe des „feinen Unterschieds“…
Stichworte wie „soziales Feld“, „Kapitalsorten“, „Habitus“ usw. verweisen unter anderem auf sein Werk und gehören heute in das „Lehrprogamm“ unterschiedlicher Fachrichtungen.


