{"id":4029,"date":"2021-04-22T00:43:46","date_gmt":"2021-04-21T22:43:46","guid":{"rendered":"https:\/\/retoeugster.ch\/blog\/?p=4029"},"modified":"2024-12-27T11:56:05","modified_gmt":"2024-12-27T09:56:05","slug":"wissenslandschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/retoeugster.ch\/blog\/wissenslandschaften\/","title":{"rendered":"Wissenslandschaften pflegen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>4 Schritte zur Pflege von Wissenslandschaften<\/em><\/strong> &#8211; Von Reto Eugster<br><br><strong><em>Handwerklich gesehen bedeutet Wissenschaft zu einem wesentlichen Teil, Wissen (*) zu verarbeiten und im schreibenden Denken weiterzuentwickeln. Schreiben wird zum Instrument des Denkens. <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nun Wissenschaft W<em>issensaneignung <\/em>bedeutet, stellt sich die &#8222;handwerkliche&#8220; Frage: Wie kann Wissensarbeit organisiert werden? Wie lassen sich Literaturen (unterschiedlichen Typs) rekonstruieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig ergiebig ist das Kleben, Sammeln, Archivieren usw. von Notizen. Diese Erfahrung werden die meisten hinter sich haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr geht es darum, &#8222;Wissenslandschaften&#8220; zu gestalten, Neues einzupflegen: zu verorten. Die &#8222;handwerkliche&#8220; Seite dieses Prozesses kann wie folgt systematisiert (vereinfacht dargestellt) werden, und zwar in <strong>vier Schritten<\/strong>, Wir haben dieses Modell im Rahmen unserer <em>Textwerkstatt wissenschaftliches Schreiben<\/em> (Lerngemeinschaft OS) entwickelt:<\/p>\n\n\n\n<p>In einem <strong>ersten Schritt<\/strong> ist es wichtig, <strong>vorg\u00e4ngig <\/strong>Fragen an den Text zu formulieren. Dabei kommt es zur Selbstvergewisserung bzw. zur <strong>Vergewisserung des Vorverst\u00e4ndnisses<\/strong>. Dieser erste Schritt schafft die Voraussetzung, um sich vom Text \u00fcberraschen zu lassen. Die Abweichung von der Erwartungen wird deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zweiter Schritt<\/strong>: Erarbeitung von Notizen zum Text in drei Dimensionen; a) Referenzdaten (Metadaten), b) inhaltliche Aspekte, c) &#8222;Evergreens&#8220;. Damit sind Textaussagen gemeint, die \u00fcber den Kontext der verarbeiteten Literatur hinaus bedeutsam sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dritter Schritt<\/strong>: Die Schritte zwei und drei sind praktisch kaum zu trennen. Denn w\u00e4hrend des Erfassens &#8211; und dies ist die <em>Pointe <\/em>&#8211; wird der neue Eintrag kontextualisiert, in der bestehenden Wissenslandschaft verortet. Dies bedeutet: Notizen werden verlinkt, Bl\u00f6cke (Notizabschnitte) ineinander verschachtelt, Hub Pages (Einstiegstore in die Wissenslandschaft) entstehen, Tags verbinden quer \u00fcber alle anderen Kategorisierungen hinweg Aussagen miteinander. Dabei hilft in der Regel der heute (fast schon) \u00fcbliche Knowledge Graph. Dieser erm\u00f6glicht die Visualisierung von Verkn\u00fcpfungen, wobei gefiltert und gruppiert werden kann (siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.obsidian.md\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.obsidian.md\">www.obsidian.md<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vierter Schritt<\/strong>: Immer dann, wenn ich einer Notiz sp\u00e4ter lesend &#8222;begegne&#8220;, \u00fcberlege ich mir, ob ich mit zeitlichem Abstand nun in der Lage bin, diese a) zu erg\u00e4nzen, b) zu paraphrasieren und\/oder c) zu kommentieren. Vor allem dem Kommentieren kommt eine wichtige Funktion zu. Die Notiz wird sich &#8211; in diesem vierten Schritt &#8211; nach und nach weiterentwickeln. Dies tr\u00e4gt wesentlich zum Prozess der Wissensaneignung bei. Wissensaneignung kommt nicht \u00fcber das  blosse Zusammenfassen, sondern als st\u00e4ndiger aktiver Prozess zustande.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird klar geworden sein, dass bei diesem Workflow kein Tool hilfreich ist, das wie ein elektronischer &#8222;Aktenschrank&#8220; funktioniert. Ein Beispiel daf\u00fcr w\u00e4re Evernote. Es braucht Hilfsmittel der neuen Generation, wie zum Beispiel <a href=\"https:\/\/obsidian.md\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/obsidian.md\">Obsidian<\/a>, <a href=\"https:\/\/roamresearch.com\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/roamresearch.com\">Roam Research<\/a>, <a href=\"https:\/\/remnote.io\">RemNote<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.zettlr.com\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.zettlr.com\">Zettlr<\/a> (oder noch in sehr fr\u00fchem Stadium <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AthensResearch\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/twitter.com\/AthensResearch\">Athens Research<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.logseq.com\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.logseq.com\">Logseq<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Wir setzen dieses Modell in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen ein, unter anderem in einem Masterprogramm. Zudem bieten wir das Seminar <em>Textwerkstatt wissenschaftliches Schreiben<\/em> an (zurzeit ausgebucht).<\/p>\n\n\n\n<p><em>(*) Es ist mir klar, dass der Wissensbegriff hier nicht mit der ansonsten n\u00f6tigen Begriffspr\u00e4zisierung verwendet wird.<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=epxJGuAwWCM&amp;feature=youtu.be\">David Lohner, Webinar-Input<\/a><\/li><li>Reto Eugster: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/rjwyc06CeQs\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/youtu.be\/rjwyc06CeQs\">Video-Einf\u00fchrung Obsidian<\/a> <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4 Schritte zur Pflege von Wissenslandschaften &#8211; Von Reto Eugster Handwerklich gesehen bedeutet Wissenschaft zu einem wesentlichen Teil, Wissen (*) zu verarbeiten und im schreibenden Denken weiterzuentwickeln. Schreiben wird zum Instrument des Denkens. 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