“Ich esse keine Tiere, denn das Tier ist wie ich.” (Miroslav Tichy)

Heute beim Mittagessen, Saltimbocca im Restaurant des regionalen Altersheims, diskutierten wir über den Fotografen Miroslav Tichy. Die Tichy-Ausstellung in Frankfurt ist seit dem 3. August Geschichte, doch seine Fotos (Beispiel, publiziert bei Fokussiert) inspirieren offensichtlich über die Ausstellung hinaus.

Tichy fotografiert mit Kameras, die er selber zusammen bastelt. Als Bauteile dienen schon mal Brillengläser oder Teile von Eisenrohren. Es sind Frauen “seiner” Stadt, die Tichy seit Jahrzehnten fotografisch interessieren, die sein Werk bevölkern. Doch vielleicht ist dies alles, obwohl immer wieder erzählt, Nebensache und viel wichtiger ist Tichy als Persönlichkeit. Er ist Aussenseiter in einem radikalen Sinne. Friedfertigkeit ist seine Sache ebenso wenig wie Museumslicht. Der Mann ist zornig und unerschrocken, mutig und konsequent. Uli Eberhardt hat in seinem Artikel bei Fokussiert treffend ausgedrückt, was ich meine:

“Er nennt sich Tarzan in Pension oder einen Samurai, dessen einziges Ziel es sei, seinen Gegner zu vernichten. Viele Jahrzehnte lebte er wie ein Eremit völlig zurückgezogen von der Welt in seiner eigenen Welt … Schließlich überredete ihn ein Jugendfreund, seine Fotografien der Welt zu zeigen.”

Einen Dank an diesen Freund.

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